Die Kanaloplastik ist eine neuere Glaukomoperation, bei der der Schlemmsche Kanal mittels eines Mikrokatheters sondiert wird. Der Mikrokatheter hat an seiner Spitze eine Lichtquelle, damit eine sichere Sondierung des Abflußkanals über 360 Grad kontrolliert ermöglicht wird. Trotz seines geringen Durchmessers von nur einem viertel Millimeter hat er auch Öffnungen, durch die beim Zurückziehen des Katheters hochvisköses Hyaluronsäuregel in den Abflußkanal injiziert werden kann und dieser dadurch erweitert wird. Gleichzeitig wird der Kanal mit einem Prolenefaden intubiert und dieser Faden fest verknüpft, so dass ein zirkulärer zentripetaler Zug auf die Strukturen des Schlemmschen Kanals ausgeübt wird.

Die Kanaloplastik ist ein sehr wirksames Verfahren zur Drucksenkung und in der Nachsorge unproblematischer als die Trabekulektomie. Daher wird sie bei Offenwinkelglaukom von uns als Verfahren bevorzugt. 

Schemazeichnung: Durchführung einer Kanaloplastik.

Sondieren des Schlemmschen Kanals  über 360 Grad mit einem Mikrokateter (250µm Durchmesser) mit Lichtquelle und Öffnungen zum  Injizieren von hochvisköser Hyaluronsäure in den Schlemmschen Kanal und seine Sammelgefäße.

Beim Zurückziehen der Sonde wird ein Prolenefaden in den Schlemmschen Kanal eingefädelt.